Die Reise zur nachhaltigen Kita begann 2020, als die Kita Rosentalzwerge, inspiriert von einer Fortbildung des Klima-Kita-Netzwerks, zu einer Naturkita umgestaltet wurde. Mit 140 Kindern und einem engagierten Team wurde ein Konzept entwickelt, das Klimaschutz, Nachhaltigkeit und Bildung für nachhaltige Entwicklung miteinander verbindet. Bei der Personalgewinnung wird seitdem aktiv kommuniziert, dass diese Themen die Bildungsarbeit der Kita prägen.
Motiviert durch die Ergebnisse der ersten Klimabilanz sowie Projekte mit den Kindern wurde eine Reihe von Veränderungen in Gang gesetzt. Der Papierverbrauch wurde reduziert: „Über die Herstellung von eigenem Papier haben wir das Bewusstsein für den Verbrauch bei den Kindern und im Team geschärft. Eltern haben uns Papier mitgebracht, das auf den Rückseiten noch gut als Malpapier genutzt werden könnte und sonst in der Tonne gelandet wäre.“ Dank der vielfältigen Beschäftigung mit der Ressource ist die Wertschätzung für Papier bei den Kindern und im Team gestiegen. Jede und jeder Mitarbeitende hat eine eigene Mailadresse bekommen, um Infos nicht mehr per Aushang oder Zettel im Fach, sondern per E-Mail an die Eltern weiterzugeben. Der Verbrauch von Papierhandtüchern wurde gesenkt, indem kindgerechte Symbole an den Papierspendern angebracht wurden und auch dieses Thema in der Bildungsarbeit aufgegriffen wurde.
Bei neuen Anschaffungen achtet das Team jetzt stärker auf nachhaltige Siegel wie „Blauer Engel“ und „Fairtrade“. Ein Tauschregal im Eingangsbereich fördert die Weiternutzung von Spielmaterialien und Büchern und regt die Familien zu einem nachhaltigen Umgang mit Konsumgütern an. Plastikspielzeug wird in der Kita schrittweise, wenn Dinge kaputt gehen, durch langlebige Alternativen ersetzt. Und auch im Bereich Verpflegung wurden Stellschrauben gedreht: „Mehrere Essensanbieter haben sich bei uns beworben. Bei der Entscheidung war uns wichtig, dass der Essensanbieter gute Qualität bietet, regional und saisonal einkauft und die Lieferwege zur Kita möglichst kurz sind. Ein weiteres Thema war der Umgang mit Essensresten. In den ersten Monaten haben wir eng zusammengearbeitet, um die Portionsgrößen auf den Bedarf der Kinder anzupassen, sodass so wenig Reste wie möglich Reste übrigbleiben. Diese werden als Tierfutter weiterverwertet.“
Die Umsetzung der Vielzahl an Maßnahmen wurde durch die enge Zusammenarbeit mit Partnern wie dem Klima-Kita-Netzwerk, der Stiftung „Kinder forschen“ und „AckerRacker“ begleitet. Diese Kooperationen boten nicht nur fachliche Unterstützung, sondern auch Impulse für neue Projekte. Ein weiterer Erfolgsfaktor war die engagierte Kita-Leitung, die das gesamte Team sowie Eltern, Hausmeister und Fördervereinsmitglieder aktiv einbezog: „Kolleg*innen, die auch im privaten Bereich engagiert sind, haben Anregungen und Ideen ins Team eingebracht, ich als Leitung musste nur den Raum dafür schaffen. Bildungsmaterialien, Projektideen etc. wurden auf einer gemeinsamen Onlineplattform gesammelt, sodass das Team jederzeit darauf zugreifen kann. Im Eingangsbereich ist eine Forscherstation entstanden, an der für Kinder und Eltern Klimaschutzthemen veranschaulicht werden und so einen Anlass bieten, darüber zu sprechen. Wie lange dauert es beispielsweise, bis Müll im Boden verrottet?“
Die Beteiligung aller Akteure und die klare Zielsetzung halfen somit dabei, wirksame Veränderungen Richtung Klimaschutz Schritt für Schritt in den Kita-Alltag zu integrieren. „Das hohe Maß an Eigeninitiative der Kolleg*innen“, ist sich Silke Große sicher, „zeugt davon, dass wir die Pädagog*innen durch Informationsvermittlung und Anregungen für die Bildungsarbeit für das Thema gewinnen und begeistern können.“ Die erhobenen Verbrauchsdaten wurden regelmäßig in den CO2-Rechner eingepflegt. So konnten die Fortschritte sichtbar und transparent gemacht werden. Dies fördert nicht nur die Motivation des Teams, sondern schafft auch eine breite Akzeptanz innerhalb der Kitagemeinschaft.