Sie befinden sich hier:

Gutes Beispiel: Nachhaltigkeit in der Ausbildung an der FAKS in Baiersdorf

BNE im Ausbildungsalltag fest verankert

Ute Lehnert ist Lehrkraft an der Fachakademie für Sozialpädagogik in Baiersdorf. Sie berichtet uns wie Nachhaltigkeit in der Ausbildung zur staatlich anerkannten Erzieherin/ zum staatlich anerkannten Erzieher im Unterricht erfahren wird. Durch besondere Aktionen im Schulleben, die tägliche Vorbildfunktion der Lehrenden mit persönlicher Betreuung durch die Dozent*innen und in familiärem Umfeld in Form von Lernbegleitung werden so Zugänge geschaffen. Ute Lehnert betrachtet Nachhaltigkeit nicht als starren Zustand, sondern als einen lebendigen Prozess, der zu Beginn einen Impuls braucht. Ein solcher Ausgangspunkt ist zum Beispiel eine Tagesfortbildung zum Thema Nachhaltigkeit und Klimaschutz durch das KKN.

 

Frau Lehnert, wie setzen Sie die Themen globale Verantwortung und nachhaltiges Handeln im Unterricht um?

Wir beginnen im ersten Ausbildungsjahr mit der Einführung des Themas Nachhaltigkeit. Fester Bestandteil ist Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) vor allem im Fach Naturwissenschaften/Ökologie und Gesundheitspädagogik. Wir starten mit einer Waldexkursion, die von einem Förster begleitet wird. Zunächst geht es um das Grundverständnis und eine praxisnahe Erklärung der Begriffe Nachhaltigkeit und BNE.

Nach der allgemeinen Begriffsklärung wird darauf eingegangen, wie verantwortungsvoller und ressourcenschonender Konsum in Kitas aufgegriffen werden kann. Ein zentraler Schwerpunkt ist dabei die Vorbildfunktion der pädagogischen Fachkräfte. So erarbeiten wir Bereiche, in denen das eigene Verhalten bei der Bildungs- und Lernbegleitung nach den Prinzipien der Nachhaltigkeit schon im Kleinen gelingen kann (z.B. Papierschnipsel vom Basteln werden weiterverwendet, übriges Pausenbrot wird wieder mit nach Hause genommen, gemeinsam wird kontrolliert, ob beim Verlassen der Räume noch Lichter brennen, u.v.m.).

 

Fließen auch Impulse von außen ein?

Zur Vertiefung haben wir uns am Projekt Klima-Kita-Netzwerk beteiligt. Mit zwei Klassen pro Jahr haben wir für einen Tag das Regionalbüro des Klima-Kita-Netzwerkes im Büro Süd in der Umweltstation Lias-Grube besucht und dort an einer Fortbildung zum Thema „Klimaschutz und Nachhaltigkeit in der Kita“ teilgenommen. Themen wie Selbstwirksamkeit, Dilemmasituationen aber auch Grundlagen der BNE, Strategien der Nachhaltigkeit, Projektarbeit mit BNE-Bezug zu Klima- und Ressourcenschutz und die praktische Umsetzung mit verschiedenen Zugangswegen waren dabei wichtige Bausteine.

Die Inhalte und Methoden der Fortbildung motivieren die Studierenden noch mehr dazu, sich mit dem Thema Nachhaltigkeit und Klimaschutz in ihrer zukünftigen Bildungsarbeit auseinanderzusetzen und auch den persönlichen Bezug herzustellen, welcher die Voraussetzung für die eben erwähnte zukünftige Vorbildfunktion in Richtung Nachhaltigkeit als Erzieher*in ist.

 

Was war dafür besonders hilfreich?

Hier ist besonders die Lernwerkstatt „Dem Klimaschutz auf der Spur“, die das Klima-Kita-Netzwerk in der Fortbildung angeboten hat, ein starker Impuls gewesen: Viele praktische Anregungen zu den Themen Klimaschutz und nachhaltiger Konsum – Experimente, Spiele und umweltpädagogische Praxisübungen für drinnen und draußen, damit das Thema Klimaschutz für die Studierenden beispielhaft erlebbar und umsetzbar wird.

Beim Schlüsselthema Ressourcenschutz sind die Inhalte nah an der Lebenswelt der Schüler*innen. In Bezug auf Spielzeug, Jeans, Handy, und Co. wird erarbeitet, wie die Produkte hergestellt werden, welche Ressourcen verbraucht werden und welche Wege beispielsweise eine Jeans zurücklegt, bis sie hier im Laden liegt. Dabei wird auch thematisiert, welche Folgen der Konsum hat. Darüber wird kritisch diskutiert und reflektiert, welche Handlungsmöglichkeiten es gibt – persönlich sowie in Bezug auf die pädagogische Arbeit.

 

Und wie taucht Klima- und Ressourcenschutz konkret in den Unterrichtsfächern auf?

Im Kunstunterricht sind z.B. Projekte zum Thema Upcycling ein zentrales Element. Aber auch im Fach Recht und Organisation finden sich viele Anknüpfungspunkte in Bezug auf die Handlunsgsfelder Betrieb einer Einrichtung und Personal/Mitarbeitenden: Wir schauen uns z.B. Konzeptionen und Verträge von Kitas unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit kritisch an. Viele Einrichtungen haben erfreulicherweise bereits Grundlagen der Nachhaltigkeit in ihnen dauerhaft festgeschrieben wie z.B. die Rahmenbedingungen einer nachhaltigen Beschaffungsverordnung oder weitere Normen zu Energieeffizienz, Wassersparen und im Umgang mit Materialien und Lebensmitteln. Diese Ideen werden gesammelt, im Unterricht vorgestellt und diskutiert.

Unsere Studierenden kommen auch selbst immer wieder mit dem Thema der Nachhaltigkeit und dem bewussten Konsum auf uns zu. In beinahe jedem Unterrichtsfach können somit Querverbindungen und weitere Gedankengänge in diese Richtung eingebracht werden.

 

Wie findet BNE Eingang in ihr Schulleben?

In unserem Alltag in der Fachakademie versuchen wir auf die Wichtigkeit von Nachhaltigkeit hinzuweisen und dies vorzuleben. Bei der Anschaffung von Möbeln, Lehrmitteln, Papier etc. gibt es hier vonseiten des Trägers eine Leitlinie welche Aspekte bei der Beschaffung zu beachten sind. Diese ist allen Lehrkräften zugänglich und kann bei Bedarf auch an Studierende weitergegeben werden.

 

Wie kann es gelingen Nachhaltigkeit zu verinnerlichen und anzuwenden?

Ich denke, dass das Vorleben und das nachhaltige Handeln in Alltag und Unterricht gute Methoden sind. Nachhaltigkeit sollte kein herauszustellendes Merkmal, sondern gelebter Alltag sein. Je nachdem wie lange die Studierenden schon bei uns sind, bedarf es mehr oder weniger Impulse im Alltag oder im Unterricht. Bei den höheren Klassen beobachte ich, dass vieles schon verinnerlicht wurde. Im Rahmen von Facharbeiten wird das Thema BNE regelmäßig aufgegriffen.

BNE und Klimaschutz sind für unsere Fachakademie wichtige Themen, deren Bedeutung immer mehr zunimmt.

Region Süd

Einrichtung: Josef-Mayr-Nusser Fachakademie für Sozialpädagogik in Baiersdorf

Träger: Caritasverband für die Erzdiözese Bamberg

Ansprechperson: Stellv. Schulleitung Miriam Freigang und Dozentin Ute Lehnert

Anzahl Studierende: 200

 

Fragen zu guten Beispielen?

Dann melden Sie sich gerne per

E-Mail: info@klima-kita-netzwerk.de